Angriff von Rechtsaußen

Nach den beiden Büchern „Im Schatten des Spiels“ und „Versteckspieler“ bringt der Sportjournalist des Jahres 2009 jetzt sein drittes Buch zum Thema Politik und Fußball heraus: „Angriff von Rechtsaußen“.
In jedem Kapitel erzählt er eine neue Geschichte, hat einen neuen Interviewpartner – du das aus den unterschiedlichsten Ecken. DFB-Verantwortliche, Spieler, Fans, Sozialarbeiter, Forscher und auch Nazis. Gerade, dass nicht nur über sondern auch mit dieser Gruppe gesprochen wurde macht dieses Buch interessant. Zumal er es schafft, diesen Personen damit keine Bühne für ihre Ideologie zu bieten, sondern sie in den Fragen offen angeht und gar nicht erst die Möglichkeit schafft sich darzustellen.
Die Rechten haben LOK Leipzig unterwandert, bei Borussia Dortmund gibt es schon lange enge Verbindungen zwischen Kameradschaften und Ultras / Hools. Dass die Band Kategorie C nicht nur unpolitische Fußball-sauf-und-gröhl-Musik macht haben auch fast alle mittlerweile verstanden.
Das an sich dürfte den meisten bekannt sein, wie diese Überschneidungen aussehen, zustande kamen aber jedoch eher nicht. Aber auch Beispiele aus der Provinz, wo ein NPD Kader sich als Jugendtrainer verdingt und der Verein nichts unrechtes darin sieht oder beim VFB Lübeck, wo sich 2006 ein NPD-Fanclub gründete fanden ihren Weg auf’s Papier – und diese sind mit Sicherheit nicht so populär wie oben genannte.
Ein Schiedsrichter in der Kreisliga, der NPD Kandidat ist und behauptet auf dem Feld keine Ausländer zu benachteiligen, ein rechter Fußballverein oder Führungsleute der Partei die unumwunden zugeben, durch den Fußball „in die Mitte der Gesellschaft“ dringen zu wollen, zeigen wie weit die Rechten mit ihrer Strategie schon gekommen sind.
Eine umfangreiche Studie mit sehr aktuellen Bezügen und Fällen. Ronny Blaschke weißt aber auch ausdrücklich daraufhin, dass es sich bei Rassismus und Fremdenfeindlichkeit nicht um Probleme des Fußballs sondern der Gesellschaft handelt und somit auch nicht (alleine) im Sport bekämpft werden können.

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