Das Abenteuer Groundhopping kennt keine Grenzen

„Das Abenteuer Groundhopping kennt keine Grenzen“ ist der nun mittlerweile dritte Teil dieser 1999 begonnenen Serie. Während der 2004 erschienene zweite Teil eher langweilig geraten ist (Allerweltstouren nach Italien usw.) sind die Ziele im 2009 publizierten Buch nun zwischen interessant und abenteuerlich anzusiedeln.

Verschiedene Autoren schreiben unabhängig von einander über ihre Touren in Länder rund um den Globus von Aserbaidschan bis in die Vereinigten Arabischen Emirate, verteilt über alle Kontinente. In diesem Fall handelt es sich nicht um die Sorte „Groundhopper“, die am Wochenende Wolfsburg gegen Leverkusen fährt und dann stolz im Internet ihre Fotos präsentiert, sondern um den Schlag, der Länderpunkte im dreistelligen Bereich vorzuweisen hat und dem langsam aber sicher die bekannten Ziele auf der Weltkugel ausgehen. Daraus resultieren dann auch so unbekannte Länderpunkte wie Kirgisien, Mosambik, Oman, die Seychellen oder Swasiland.

So unterschiedlich wie die Ziele und Autoren, so verschieden ist auch die Qualität der Berichte. Von recht zäh und langweilig zu lesen bis hin zu mitreißenden Berichten mit fundierten Hintergrundinformationen zu Land und Leuten ist alles dabei. So erfährt man nicht nur verhältnismäßig uninteressante Sachen, z.B. mit welchem Stadtbus man in Kasachstan zum nächsten Zweitligisten kommt, sondern auch viele kleine Anekdoten wie man sich beispielsweise ein Visum für Armenien kostenlos erschleicht oder was man machen muss, wenn man in eben jenem Land von der Polizei festhalten wird, die an einem gerade das Einkommen ein wenig aufbessern möchte.

Manche Texte sind bereits in diversen Fanzines erschienen, dennoch dürfte es unwahrscheinlich sein, dass der geneigte Leser einen Großteil bereits in die Hände bekommen hat. Langweilig bis sinnlos sind die vom Autor (der selber übrigens kein Hopper ist, sondern sich seit 1999 im Eintracht Frankfurt Fanzine „Fan geht vor“, sowie diversen anderen Fußballfandruckwerken verwirklicht) zwischendurch eingeschobene Statistiken und Umfragen, welche er bei der Vereinigung der Groundhopper Deutschlands (ja die gibt’s wirklich: V.d.G.D) durchgeführt hat. „Wer, warum, wann wo wohin fährt“ interessiert nun wirklich nicht, zumal die Aufarbeitung recht langatmig und uninteressant gestaltet ist und der Vereinigung auf diesem Weg mehr Aufmerksamkeit zukommt als ihr zustehen dürfte.

Die wirklich exotischen Reiseziele, die teilweise extrem interessant, kurzatmig und auch lustig geschriebenen Texte sind jedoch in diesem Buch in der absoluten Mehrzahl und erlauben so ohne Frage eine Kaufempfehlung.

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